IMG_3878„Man merkt einfach, dass es für ihn nicht nur ein Job ist.“ Positive Bewertungen wie diese zu einer Willkommensfeier im Juli, bei der ich ein Kind für den vor ihm liegenden Lebensweg segnen durfte, gehören natürlich zu meinen Highlights der vergangenen zwölf Monate. Ja, viele meiner Einsätze beginnen als ein „Job“ und sind am Ende immer mehr als das.

Fünf Trauungen habe ich durchgeführt und so bereits beim ersten Kennenlerntreffen jeweils ganz unterschiedlich berührende Lovestorys gehört. Diese konnte ich dann im Rahmen einer persönlichen Zeremonie mit individuellen Trausprüchen verknüpfen. Zum Beispiel war für zwei Menschen bis vor kurzem die Vorstellung, eine Familie zu gründen, noch weit entfernt – schon gar nicht mit einem Partner aus einer anderen Kultur! Doch dann ereignete sich genau das und sie konnten es nur als ein von Gott geschenktes Wunder und Glück begreifen. Entsprechend suchte sich das Paar einen unkonventionellen Vers aus: „Das Herz des Menschen denkt sich seinen Weg aus, aber der Herr lenkt seine Schritte.“ (Sprüche 16,9)

Ekki & Andrea 1Toll waren auch die unterschiedlichen Locations von der Pfalz bis nach Rheinhessen, besonders aber auch die Schlösser Heidelberg und Hirschhorn am Neckar sowie ein Golfclub am südlichen Ausläufer des Odenwalds.

Als Musiker war ich ebenfalls bei einer Hochzeit engagiert (zusammen mit meiner Frau), aber auch bei zwei Graduierungsfeiern (zusammen mit einem befreundeten Drummer) sowie bei zwei Vineyard-Bandcoachings (zusammen mit einem meiner Lehrmeister). Seit Oktober erteile ich zudem Klavierunterricht. Das Schönste war freilich, im ersten Quartal des Jahres eine CD mit eigenen Liedern aufzunehmen und auf den Markt zu bringen. Die finanzielle und personelle Unterstützung von vielen Bekannten und Verwandten erfüllt mich immer noch mit Dankbarkeit.

Dass all das für mich jeweils mehr als ein „Job“ war, versteht man wahrscheinlich am besten, wenn man meine Songs „Was wär ich“ und „Ganz egal“ hört. Alles, mein Jahr, meine Schaffensfreude und meine Begabung verdanke ich ganz besonders jemandem, der nicht aufgehört hat, zu erschaffen und zu begaben. Das anzuerkennen macht aus meiner täglichen Arbeit ein Ausdruck von kreativer und leidenschaftlicher Anbetung.

Und so waren meine Einsätze als sozusagen expliziter Anbeter und als Prediger bei zwei Encounter-Gottesdiensten in der Heidelberger Providenzkirche „Heimspiele“ im doppelten Sinn: Wo auch immer ich Jesus Christus, dem Heiligen Geist, dem Himmlischen Vater begegne – in seiner Gegenwart bin ich daheim. Ebenso fühlte ich mich darum auch in den Gemeinden, in denen ich zu Gast war (Bad Friedrichshall, Sindelfingen und Bern).

Kirche gabs im Kleinen aber auch in unserem Wohnzimmer, wo wir einen sechsteiligen Gebetskurs durchführten. Einen weiteren Kurs zum Thema Armut und Gerechtigkeit konnten Freunde und ich in den Räumlichkeiten der gastfreundlichen LifeChurch starten. Dort hatte ich dann auch meinen (für dieses Jahr letzten aber zugleich) ersten Einsatz als Botschafter der International Justice Mission im Rahmen eines Benefizkonzerts von Dominik Baer.

Vielleicht klingt das jetzt so, als hätte ein Hoch dem nächsten die Klinke in die Hand gegeben. Natürlich gab es auch Tiefs: Ich konnte zwar die Anzahl Aufträge gegenüber letztem Jahr steigern, habe bei Google 5 Sterne und auch sonst nie eine negative Bewertung gekriegt. Ausgelastet war ich dennoch nicht. Das wird sich im Neuen Jahr allein dadurch verbessern, dass ich Vater werde, aber trotzdem hoffe ich, meine Selbständigkeit weiter ausbauen zu können bzw. eine ergänzende Teilzeitstelle zu finden.

2016 fange ich übrigens an, mich durch Kurse in geistlicher Begleitung weiterzubilden. Ziel ist zunächst, „meinen“ Paaren noch eine bessere Vor- und Nachbereitung anbieten zu können. Und wer weiss, vielleicht werden irgendwann überhaupt alle Arten von Menschen herbeiströmen, um meinen weisen Rat einzuholen. Aber bis dahin muss ich noch eine Menge peinlichen Youtube-Ausschuss produzieren und mich damit begnügen, erst mal meiner Tochter erfolgreich spirituelle Disziplin(en) zu vermitteln – what a job! 🙂

Happy New Year!

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