„Schwyzerdütsch cha nöd jede Mänsch. Dänk dra, wänn de Francesco kännsch.“ Das waren noch Zeiten, als ich unter anderem mit dem Kinderlied „Mini Farb und dini“ aufwuchs, dem dieses Zitat entnommen ist! Aber zu meinem heutigen Tag passt es: Ich kenne den Francesco, dessen achthundertster Todestag heute mit dem Tag der deutschen Einheit zusammenfiel – und für mich mit einem Wandertag, der zu einem Kreativtag wurde.
Eine Songidee auf schwyzerdütsch, die ich vor ein paar Tagen hatte, stieg – gleichzeitig zu meinem Aufsteigen bis zum Hirschkopf (zwischen Wiesental und Kleinem Wiesental) – in mir drin auf. Und so verbrachte ich dann auch den Abstieg, die Heimfahrt und den Abend mit Texten für dieses neue Lied in meiner CH-Muttersprache. Eine Aufnahme mit der Melodie dazu kann ich hier leider nicht bieten, aber wenigstens die Worte will ich teilen – in Gedenken an Francesco!
FRÜSCHE SCHNUUF
Kennsch du dä, wo trochni Chnoche
us ihrem Todesschlaf weckt?
Kennsch du das Gfüel am Morge,
wenn alls sech reckt und sech streckt?
S git Rettig us jedem Sumpfloch,
für jede Tag früsche Schnuuf.
S isch drum no lang nid usghofft.
Ou du zellsch: Chumm! Gib nid uf!
Bisch bereit? Denn gib acht!
Für die Schwache git's Chraft.
Die, wo me ungerdrückt,
die, wo arm si, hei Glück:
Es chunnt e Wält, wo ganz angersch funktioniert.
Wo Grächtigkeit - ja, wo Liebi üs regiert.
Was für nes Fescht, we dr Hass kapituliert,
d Gliichgültigkeit unger üs nümm exischtiert!
Wär nume nimmt und hert blibt,
verliert, der Säge hört uf.
Wär git, bechunnt neui Stärchig,
für jedi Tat früsche Schnuuf.
Du meinsch, du sigsch mächtig?
Du meinsch, du sigsch riich?
Das bländet niemer meh,
Gott wirft sis Liecht uf alli gliich.
(c) Tilman Gerber

Schreibe einen Kommentar