In den letzten 12 Monaten habe ich gefühlt so viele Filme gesehen wie in meinem gesamten Leben davor. Über 400 Videos stehen mir aktuell durch die Medienzentrale der Evangelischen Landeskirche in Baden zur Verfügung. Als Religionslehrer am Georg-Büchner-Gymnasium in Rheinfelden habe ich im vergangenen Schuljahr einige davon in meinem Unterricht eingesetzt. Hier möchte ich nun meine Highlights teilen:
Sophie Scholl – Die letzten Tage (2 Stunden): Diesen Thriller von 2005 habe ich in der 9. Klasse gezeigt, wo die Kirche im Nationalsozialismus behandelt wird. Eindrücklich finde ich unter anderem die Szene, wo sich die christliche Widerstandskämpferin vor ihrer Hinrichtung von ihren Eltern verabschiedet. (Ich habe davor unterbrochen, damit diese Abschiedsszene zuerst in Dreiergruppen improvisiert wird.)
Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika (1 Stunde und 50 Minuten): Dieses Drama von 2009 habe ich in der 10. Klasse gezeigt, wo es um ethische Urteilsbildung geht. Es eignet sich insbesondere gut für Pro & Contra mit den wiederkehrenden Themen: Tiere töten – eine Frage des Prinzips oder des Zwecks? Atombombentests – ja oder nein? Kolonialismus – gut oder schlecht? Familie zuerst – richtig oder falsch?
Storm und der verbotene Brief (1 Stunde und 45 Minuten): Diesen Kinderfilm von 2017 habe ich in der 7. Klasse gezeigt, wo wir die Reformation durchgenommen haben. (Wegen des Wechsels von G8 zu G9 wird es in 26/27 aber keine Vorführung geben, sondern ab 27/28 dann in Klasse 8. Für dieses kirchengeschichtliche Thema sowie für den langen und teilweise düsteren Film ist es auch besser, noch ein Jahr älter zu sein.) Es gibt viele tolle Anknüpfungspunkte: Ablasshandel, Luthers Schriften 1520 etc.
Natürlich sind solche Langfilme die Ausnahme. Ergänzend habe ich nur noch ausgewählte Ausschnitte aus Luther (2003) und Total Trust (2023) eingesetzt. Bonhoeffer – Die letzte Stufe (1999) kann ich allenfalls alternativ zum Scholl-Film mal ausprobieren. Ansonsten arbeite ich eher mit Kurzfilmen, aus denen ich dann vielleicht in einem Jahr eine Liste mit mindestens sieben Favoriten zusammenstellen kann.
